EIN RÜCKBLICK AUF DIE GESCHICHTE DER UNION WEST-WIEN

   

Gründungszeit

Die Vereinsgeschichte der Union West-Wien hat ihre Anfänge bereits vor dem 2. Weltkrieg, im „Christlich-Deutschen Turnverein, Theodor Körner - Hütteldorf 1932“. Trotz der Auflösung dieses Vereins im Jahr 1938, blieben viele der Mitglieder auch während der Kriegsjahre in Kontakt und planten nach Kriegsende den Turnbetrieb wieder aufzunehmen.

Am 16. Jänner 1946 wurde bei der gemeinsamen Wiedersehensfeier die Gründung eines neuen Vereins zu diesem Zwecke beschlossen und als Zweigverein „Hütteldorf-Baumgarten“ bei der Österreichischen Turn- und Sportunion anzumelden. Die erste Vereinsleitung bestand aus Obmann Carl Fuld, 1. Turnwart Karl Guld, 2. Turnwart Fritz Weyer, Sport- und Schriftwart Rudolf Vöhr, Kulturwart Karl Rald und Kassenwart Anna Wistermaier.

Zu Beginn bestand der Verein aus ungefähr 25 Mitgliedern. Noch im Winter 1945/46 begann der Turnbetrieb im Gasthof „Zum schweinernen Frack“ in Hütteldorf welcher auch als Vereinslokal genutzt wurde. Im März 1946 fanden die ersten Einheiten im Turnsaal der Volksschule Hütteldorf (Linzer Straße 419) statt. Trotz fehlender Fensterscheiben und Heizung blickten die Mitglieder mit Zuversicht in die Zukunft und planten bereits die folgenden Erweiterungen. Noch im Jahr 1946 wurde der Vereinsname auf „Turn- und Sportunion West-Wien (Hütteldorf 1932)“ geändert. Ab 1956 wurde auch der in Klammer stehende Zusatzname endgültig weggelassen.

Bereits im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens wuchs die UWW zu beachtlicher Größe. Es wurden mehrere Wettkampf- und Leistungssparten gegründet und zahlreiche neue Turnplätze eröffnet. Handball, Basketball, Skilauf, Fechten, Gymnastik, Tanzsport sowie Leichtathletik, wo schnell die ersten Meistertitel für die UWW errungen wurden gab es bei der UWW.
 


Rudolf Vöhr
Gründungsmitglied und prägender Langzeitobmann

 

UWW-Übungsbetrieb
Anno 1946

Die Geburtsstunde des UWW- Cups

Noch im Jahre 1946 wurde auch in der Hochsatzengasse und in Ober St. Veit der Turnbetrieb aufgenommen und es folgte noch in diesem Gründungsjahr die erste Veranstaltung, mit der der Verein an die Öffentlichkeit trat - der 1. Union West-Wien Cup. Bei diesem Wettkampf, der für alle Wiener Union Vereine ausgeschrieben wurde und der als Wiedersehensfest für alle vom 2. Weltkrieg heimgekehrten Sportkameraden gedacht war, waren 200 Wettkämpfer in den Bewerben Faustball für Männer und Fangball für Damen am heute nicht mehr existierenden Sportplatz in der Deutschordenstraße am Start.

Somit war der West-Wien-Cup geboren, der jahrelang die größte Sportveranstaltung in Wien, mit bis zu 1.000 (!) aktiven TeiInehmern, war und unter der Hauptorganisation von Fritz Weyer die schon damals sprichwörtliche Organisationskunst der gesamten Union West-Wien eindrucksvoll immer wieder unter Beweis stellte.

In den späteren Jahren ging es mit dem UWW-Cup auf und ab. In der Folge wurde unter dem Namen UWW-Cup eine der Größen Leichtathleitkveranstaltungen durchgeführt. Von 1999 bis 2006 war der UWW-Cup den Turnern gewidmet und der größte Nachwuchswettkamp in Europa. Seit 2007 ist der UWW Cup wieder in der Leichtathletik angekommen und wird jährlich als Hallen-Cup für Kinder durchgeführt. 

 

Das 100-Meter-Finale  des 1. UWW-Cup

 
 
UWW Hallen-Cup 2015/16

1950/60er Jahre

1952 fand die Grundsteinlegung für das erste UWW-Vereinsheim in der Linzer Straße 431, 1140 Wien statt.

Zu Beginn der 1960er Jahre überschritt die UWW bereits die 1.000 Mitglieder-Marke und weitete das Angebot aufgrund der großen Nachfrage und mit Hilfe der vielen engagierten Mitglieder weiter aus. Es kamen noch die Sparten Tennis und Judo hinzu. Die Jugendarbeit wurde besonders groß geschrieben und mit mehreren, auch unerwarteten Meisterschaftstiteln belohnt.

 


 
 Das UWW-Vereinsheim, 1140 Wien
 

1970/80er Jahre

Der Aufschwung des Breitensports in den 1970er Jahren bewirkte ein rasantes Wachstum des Vereins. Zum 25-jährigen Bestehen 1971 zählte man rund 3.000 Mitglieder. Nur fünf Jahre später, 1976 hatte sich die Mitgliederzahl bereits auf über 6.000 West-Wiener verdoppelt.

Neben den ursprünglichen Wettkampf- und Leistungssparten wurden nun auch Einheiten wie Frauenturnen und Gymnastik, Kleinkinder-, Kinder- und Jugendturnen, Mutter-Kind-Turnen und Seniorenturnen angeboten. In den 70ern gab es bereits ungefähr 100 Einheiten pro Woche, in den 80ern waren es dann über 300 Einheiten. Dies war vorallem durch die von Dr. Holzweber (UWW) in seiner Funktion als BSO Generalsekretär gesetzten bundesweiten Aktivitäten zu verdanken, die auch in der UWW rasch aufgenommen wurde und durch Fritz Weyer vorangetrieben wurden.  Beide waren auch Mitglieder des Fit-Ausschuss der Bundesunion.

Durch die große Mitgliederanzahl war die UWW Anfang der 1970er Jahre so groß geworden, dass die Organisation nicht mehr ausschließlich von Ehrenamtlichen getragen werden konnte und die ersten hauptamtlichen Mitarbeiter für Administration und Koordination eingestellt wurden. Die zahlreichen Breitensport-Mitglieder erlaubten es auch den Leistungssport in intensiverer Weise zu subventionieren und dadurch professionelles Training zu ermöglichen.

Neben sportlichen Angeboten für die ganze Familie sorgten viele unterschiedliche Vereinsveranstaltungen das ganze Jahr über, für zahlreiche Möglichkeiten des sozialen Beisammenseins abseits der Turnhallen und Trainingsplätze. Das Vereinsheim war dafür ein vielgenutzter und beliebter Veranstaltungsort.

Auch gemeinsame Wochenendausflüge und Urlaube wurden unternommen. Es wurden Wanderungen, Besichtigungen, Sport- und Skiwochen organisiert. Ein beliebter Ort, vor allem für die Skifahrer, war die West-Wien Hütte am Dachstein! Als diese 1984 abbrannte, war dies für alle ein großer Schock und Verlust. Glücklicherweise war niemand mehr vor Ort, sodass es wenigstens keine Verletzten gab. 

 
 
 
 

Professionelle Organisation

Ilse Barnert, Sportjournalistin und ehemalige Staatsmeisterin im Gerätturnen, wurde 1973 die erste Hauptamtliche der UWW und bekam ab 1976 von Kurt Vesely, damals Publizistik- und Politikwissenschaftstudent Unterstützung .

Miriam Kauba arbeitete seit 1979 als Sekretärin bei der UWW, Reinhold Domitrowitsch als Koordinator seit 1980. Richard Gemel war von 1981 bis 1992 als Koordinator für die Union West-Wien tätig und von 1992 bis 2009 bekleidet dieses Amt Alexander Susnik.

Zu einer weiteren Umstrukturierung kam es im April des Jahres 2000, Barbara Spatzier übernahm sämtliche Agenden bezüglich der Mitgliederverwaltung und Alexander Susnik war seit diesem Zeitpunkt als Sportdirektor für die Gesamtleitung der Organisation zuständig. Nach dem Ausscheiden von Barbara Spazier übernahm im Jahr 2007 bis heute die Mitgliederverwaltung Lisbeth Kaiper.

Nach dem Ausscheiden von Alexander Susnik übernahm der 5fache Staatsmeister im Trampolinspringen Markus Höckner die Büroleitung. Unter ihm gelang es die Verwaltungskosten massiv zu reduzieren und noch mehr Geld für den Sport zur Verfügung zu stellen.

Bei einer weiteren Umstrukturierung wurde die heutige Doppelspitze mit Elisabeth Frohnwieser (Administration) und Claudia Karollus (sportliche Leitung) etabliert.


 
 
40 Jahr-Feier im UWW Vereinsheim
Obmann Rudolf Vöhr
 
 
llse Barnert, die erste "Hauptamtliche" der UWW

1990/2000er Jahre

Der Fitnessboom der 1990er Jahre hat dem Breitensport einen weiteren Aufschwung ermöglicht. Gleichzeitig wurde bei der UWW immer auf die Dualität von Breiten- und Leistungssport wertgelegt und versucht Synergien aufzubauen und zu nutzen.

In der Zwischenzeit wurde das Angebot auf 350 Einheiten an 40 Standorten erweitert und das ursprüngliche Vereinsheim in der Linzer Straße 431 zum vereinseigenen, modernen Sportzentrum ausgebaut.

Am 1. März 1993 hinterließ der plötzliche Tod des jahrzehntelangen Obmanns Rudolf Vöhr, der mit seinem Einsatz und seiner Leidenschaft maßgeblich für die Entwicklung des Vereins verantwortlich war, eine große Lücke in der UWW-Familie. Ihm nach folgte Martin Grohmann als dritter Obmann in der damals fast 50jährigen Vereinsgeschichte und konzentrierte die Vereinsorganisation im neu sanierten Vereinsheim im 14. Bezirk.

1999 wurde mit Fit Kids, einer Gemeinschaftsaktion der Wiener Unionvereine mit dem Wiener Stadtschulrat, ein Projekt initiiert bei dem Kinder in den unterschiedlichsten Sportarten zu Bewegung animiert werden sollten und erstmals ein breitflächiges polysportives Kindersportangebot geschaffen. Es war über weite Teil das Vorbild für das heutige "Kinder Gesund Bewegen" bzw. UGOTCHI bei dem die UWW von Beginn an intensiv beteiligt war.

Im Jahre 2008 mussten wir auf Grund der schlechten Auslastung der Tennisanlage Mauer, diese an den Landesverband Wien zurückgegeben. Damit endete nach 30 Jahren die Geschichte dieser Sektion, die vor allem in den 1990er Jahren bis zu 700 Mitgliedern betrug.

In den Jahren 2001 bis 2010 haben wir das USZ Hetzendorf betrieben. In dem kleinen Fitnesscenter fanden sowohl Hobbyathleten als auch unsere Leistungssportler die Möglichkeit zum gezielten Krafttraining. Im Jahre 2010 mussten wir die Sportstätte der Sportunion Wien auf Grund der hohen Pachtvorstellungen dieser zurückgeben.

Nach der Generalversammlung 2005 übergab Grohmann sein Amt an die nächste Generation und fungiert seitdem als Ehrenobmann und seit 2014 als Obmann-Stellvertreter weiter aktiv im Vorstand der UWW. Seit 29.04.2005 ist Thomas Dworak Obmann der UWW und führt sie mit viel Leidenschaft und Opportunismus durch die Herausforderungen der Zeit, hin zu einem modernen, professionellen und vielseitigen Sportverein.

Ein großer Schritt war die grundlegende Modernisierung der Büro- und Verwaltungsorganisation. Dies umfasste Maßnahmen wie die Erneuerung der EDV, Einführung der doppelten Buchhaltung und Bilanzierung, Budgetierung in den Sektionen, Schaffung eines neuen Mitgliedsbeitragssystems (Einführung der Flatrate), Strukturierung des Sportprogramms und vieles mehr.

Seit 2006 arbeitet die UWW intensiv mit 40 Schulen zusammen und hat viele Kooperationsprojekte (mit)entwickelt (Kinder Gesund Bewegen auf Basis von Fit-Kids), die nun österreichweit umgesetzt werden. Ebenso wurde die Zusammenarbeit mit den Krankenkassen gestärkt und der neue Bereich des Gesundheitssportes eröffnet (Aktiv Bewegt).

Ab 2008 wurde der Spruch „Sport mit Freunden“ kreiert durch Christian Dufek zum zentralen Leitelement für die UWW und auch Teil des Logos.

 
UWW Sportzentrum Linzer Straße
 
 
 
Kinderturnen bei der UWW
 
 
 
 

 

 

USZ Hetzendorf (2001-2010)

Gegenwart

Obwohl wir 2012 nach fast 40 Jahren die Sparte Faustball aufgeben haben (Danke an Fritzi Hofer für die unermüdliche Leistung) hat der Leistungssport im Allgemeinen eine massive Aufwertung bekommen. Dank der ehrenamtlichen Einsätze (vorallem der Sektionsleiter und Trainer) wurden und werden viele nationale und internationale Erfolge gefeiert. Im Gegenzug wurden die Sektionen Ringen (2012), Sportaerobic (2013) und Kung Fu (2016) neu aufgenommen. 2012 musste auch das Kunstturnen in die neue Halle nach La Ville übersiedeln. Das ehemalige Zentrum Schönbrunn wurde geschlossen und vom Landesverband Wien verkauft.

Mit der Saision 2013/14 hat die UWW gemeinsam mit der ASKÖ-Wien das ABC-Schmelz eröffnet. Diese neue Sportstätte sollte ein Sinnbild für verbandsübergreifende Kooperation werden. Das Projekt scheiterte allerdings an der Repolitisierung des Askös.

Mit der Gründung der UWW GmbH 2014 eröffneten sich dem Verein weitere Tätigkeitsfelder um seine Ziele bestmöglich zu erreichen. Im Sommer nehmen jährlich bis zu 400 Kinder an unseren Kinder-Sommersportwochen teil und während des Jahres bewegen wir im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung Menschen direkt an ihrem Arbeitsplatz. Durch die Einführung von Jumping Fitness konnte auch die junge Generation wieder vermehrt ins Vereinsheim gelockt werden.

Ende 2014 wurde auch mit der Sanierung des Vereinsheims begonnen und neben einem neuen Parkplatz auch mit notwendigen renovierungsarbeiten im Gebäude begonnen.

Am 16.01.2016 feierte die Union West-Wien ihr 70 Jähriges Bestehens und ist stolz sich mit seinen zwei Zweigvereinen (SK UWW-Dlouhy und UWW- Handball) als einer der größten Sportvereine Österreichs etabliert zu haben. Im Zuge der 70ig Jahr Feierlichkeiten wurde nicht nur unsere Chronik aufgearbeitet, sondern auch ein neues Leitbild erarbeitet, dass wir nun umsetzen und mit Leben befüllen.

Neben zahlreichen, außerordentlichen sportlichen Erfolgen die wir feiern konnten und zehntausenden Menschen die wir in dieser Zeit bewegen konnten, sehen wir uns heute auch als wichtiger Partner von Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen. Unser Ziel ist es, gerade in der modernen Zeit,  wieder mehr Menschen für Bewegung und Sport zu begeistern sowie denjenigen, welche das Talent und den Fleiß zu großen sportlichen Leistungen besitzen, bestmöglich zu fördern.

Die stetige Weiterentwicklung und Qualitätssicherung unseres Sportprogramms ist eines unserer größten Anliegen. In der Union West-Wien ist Platz für ALLE die sich bewegen möchten und wir sind stolz darauf auch in Zukunft „Sport mit Freunden“ ermöglichen zu können.

Weitere Informationen über die Geschichte der UWW finden sich in den UWW Heften der UWW von der Sie eine Auswahl hier downloaden können.

 

"Sport mit Freunden" das Motto der Union West-Wien

 

 

UWW Fotoshooting 2011 (65 Jahre UWW)

 

Kinder-Sommersportwochen der UWW GmbH

 

70 Jahre UWW - 2016